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Gemeindeverwaltung
Bernstrasse 8
3128 Kirchenthurnen

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Schalter-Öffnungszeiten ab 1.4.2017
Montag,       13.30 - 17.00 Uhr
Dienstag,     08.00 - 11.30 Uhr
Donnerstag, 08.00 - 11.30 Uhr
Termine ausserhalb der Öffnungszeiten können gerne telefonisch oder per Mail vereinbart werden.

 

Naturpark Gantrisch

Geschichte

Ortsname

Bereits 1228 wird Kirchenthurnen unter dem lateinischen Namen "Thornes" erwähnt. Ab 1262 findet man den Namen "Turindon" und ab 1343 "Thurnden". Später wird das Dorf - in Anlehnung an die Kirche - "Kirch-Thurnen" genannt. Die Namensänderung in "Kirchenthurnen" erfolgte im Jahr 1850.

Geschichte

Die Geschichte von Kirchenthurnen wurde stark durch die Kirche geprägt. Schon 1228 kommt die Kirche zu Thurnen im Cartular des Bisthums Lausanne unter dem lateinischen Namen Tornes, im Dekanat Bern gelegen, vor. 1262 erscheint ein Henricus vicarius de Turindon. "Am 1. Juli 1343 verkauften die Edlen von Blankenburg dem Stift Interlaken für sich und ihre Erben als freies Eigenthum den Hof (curtin) der Kirche zu Thurnen."

Im Helvetisch/Eidgenössischen Lexikon findet man unter "Thurnen" folgendes:
"Ein Dorff, Kirch und Pfarr, welches auch Kirch-Thurnen genannt wird, zum Unterscheid des auch in dieser Pfarr gehörigen Dorfs Mülli-Thurnen; etwann drey Stund ob Bern, in dem bernischen Land-Gericht Seftigen; Der Kirchensatz allda gehörte ehemals den Edlen von Blankenburg, welche selbigen anno 1343 dem Stift Interlachen verkaufft und vergabet, welches Stift auch die Niedern Gericht daselbst besessen, und sind beyde mit dieserem Stift an die Stadt Bern kommen, welche dermahlen die Pfarr bestellet und die Pfarren Kirchdorff, Wattenweil, Rüegisberg, Zimmerwald und Belp angränzet, und auch noch die Dörfer Kaufdorff, Lohnstorff, Gsteig und auch das Dorff und Frey-Herrschaft Riggisberg nebst noch einigen Dörflein begreifft; das Pfarrhaus ist anno 1640 abgebrannt."

Lage

Kirchenthurnen liegt am östlichen Abhang des Längenbergs. Das Dorf befindet sich leicht erhöht (zirka 70 m) über der fruchtbaren Gürbetalebene. Das Landschaftsprofil wechselt von der Gürbetalebene über den sanften bis zum steilen Anstieg zum Längenberg.
Dank dieser leicht erhöhten Lage wurde Kirchenthurnen am 29. Juli 1990 von den schweren Überschwemmungen der Gürbe kaum betroffen.

Entwicklung und Zukunft

Kirchenthurnen umfasst rund 123 Hektaren, davon 11 Hektaren Wald und 2 Hektaren unproduktiven Boden.
1850 zählte das Dorf "284 Seelen". In den letzten 20 Jahren bewegt sich die Einwohnerzahl zwischen 280 - 330.
Von den 1946 registrierten 17 Gewerbebetrieben (Bäckerei, Käserei, Metzgerei, Dachdecker, Gärtnerei, Küferei, Restaurant/Hotel, Spezerei, Schmiede, Schuhmacher, Wagnerei, usw.) ist nur ein Betrieb übrig geblieben. Dadurch stehen in der Gemeinde praktisch keine Arbeitsplätze zur Verfügung.
Vorwiegend von der Landwirtschaft leben heute noch sieben Familienbetriebe.
Die Erweiterung der Staatsstrasse in den sechziger und siebziger Jahren schlug einige Lücken ins historische Ortsbild. Im Januar 1973 fiel, nach Pfrundscheune und Schulhaus, auch das Restaurant "Kreuz" der Strassenerweiterung zum Opfer. Bis heute fehlt in Kirchenthurnen ein Restaurant und damit ein wichtiger "Dorfträff". Nachdem sich die Pläne für ein Restaurant in den neuen Mehrfamilienhäusern an der Bernstrasse zerschlagen haben, darf wohl bis in die weitere Zukunft nicht mehr mit einer "Dorfbeiz" gerechnet werden.

Schule

Seit dem 12. August 2013 gehen die Kinder der Gemeinde Kirchenthurnen und Rümligen gemeinsam in die Schule. Der Kindergarten und die 1. - 3. Klasse besucht das Schulhaus in Kirchenthurnen. Im Schulhaus Rümligen wird die 4. - 6. Klasse unterrichtet. Die Oberstufe besuchen die SchülerInnen in Riggisberg.

Bautätigkeit

Zwischen 1962 und 1974 wurden einige Einfamilienhäuser und vier Mehrfamilienhäuser erstellt.
1979 wurde erstmals ein Zonenplan mit Baureglement genehmigt. Da praktisch kein Bauland zur Verfügung stand, blieb der "Bauboom" in Kirchenthurnen aus. Es wurden lediglich einige "mögliche Baugebiete" ausgeschieden.

1995/1996 wurden an der Bernstrasse zwei Mehrfamilienhäuser mit 12 Eigentumswohnungen und einer neuen Post erstellt. Leider musste aus Rentabilitätsgründen auf ein Restaurant verzichtet werden.
1999 hat die Gemeindeversammlung der neuen Überbauungsordnung "Stockere Süd" zugestimmt. In dieser Überbauung sind sechzehn Einfamilienhäuser geplant. Das Baugebiet soll in zwei Etappen überbaut werden. Das erste Einfamilienhaus wurde Ende Juni 2011 bezogen.

Gemeindeeigene Werke

Anfangs 2008 konnte die Einwohnergemeinde Kirchenthurnen das Stockwerkeigentum der Schweizerischen Post (ehemaliges Postlokal) erwerben. Seit 1. März 2008 befindet sich die Gemeindeverwaltung im ehemaligen Postbüro an der Bernstrasse 8.
Bereits 1931 wurde eine gemeindeeigene Wasserversorgung erstellt. Ein erster Ausbau erfolgt 1955 und 1964/65 entstand das heute im Betrieb stehende Reservoir.
Das 1957/58 erstellte Schulhaus wurde 1987/88 einer Gesamtrenovation unterzogen. Die Sanierung und Erweiterung der Schulsportanlage wurde im September 1995 abgeschlossen.
In den Jahren 1992/93 wurde die öffentliche Schutzraumanlage mit Kommandoposten, Küche sowie 249 öffentlichen Schutzplätzen erstellt. In die Schutzraumanlage war gleichzeitig das Feuerwehrmagazin integriert. Mit dem Zusammenschluss der Feuerwehren Kirchenthurnen, Lohnstorf und Mühlethurnen in die Feuerwehr Thurnen wurden Fahrzeuge und Materialien nach Mühlethurnen verlegt. Seither sind die Schutzräume vermietet.

Kirchgemeinde Thurnen

Ursprünglich dehnte sich die Pfarrei Thurnen bis nach Wattenwil, Riggisberg und Rüti aus. 1659 wurde Wattenwil eine selbständige Pfarrei. Die Kirchgemeinde Riggisberg wurde erst 1936 von der Kirchgemeinde Thurnen abgetrennt.
Heute umfasst die Kirchgemeinde Thurnen die sechs Gemeinden Burgistein, Kaufdorf, Kirchenthurnen, Lohnstorf, Mühlethurnen und Rümligen. Das 1978 erbaute Kirchgemeindehaus entwickelt sich zu einem wichtigen Treffpunkt für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen.

Post

 In "Thurnen" wurde das erste Postbüro am 22. August 1846 eröffnet. Das Zustellgebiet umfasste damals die Ortschaften und Häusergruppen Kirchenthurnen, Mühlethurnen, Rümligen, Kaufdorf, Lohnstorf, Hasle und Mühlebach. Die Post wurde im ganzen Bezirk dreimal pro Woche vertragen, wofür dem ersten Posthalter, dem Wirt Johann Emch, ein Jahreslohn von 300 Livres bezahlt wurde. 1897 wurde die Poststelle Thurnen auf Kirchenthurnen umbenannt.
1876 wechselte die Post ins "Krämerhaus" an der Bernstrasse 9, 1958 in die "alte Post" an der Möslistrasse 1 und 1971 in die Liegenschaft des im Jahr 1990 pensionierten Posthalters Ernst Haldimann.
In der Zeit vom 3. Juni 1996 bis 31. Oktober 2003 befand sich die "neue Post" im Mehrfamilienhaus Bernstrasse 8. Ab diesem Datum erfolgte der Zustelldienst für die Gemeinden Kirchenthurnen, Lohnstorf, Mühlethurnen und Rümligen von der Poststelle Kirchenthurnen. Am 31. Oktober 2003 fiel die sehr zentral gelegene Post leider der rigorosen Umstrukturierung der Schweizerischen Post zum Opfer und wurde geschlossen.

Vereinsleben

In Kirchenthurnen ansässig sind der Frauenverein Kirchenthurnen - Rümligen, der Samariterverein Kirchenthurnen und Umgebung sowie die Schützengesellschaft Rümligen - Kaufdorf - Kirchenthurnen.
Bedingt durch die Dorfstruktur fehlt das Vereinsleben in den Sparten Sport, Spiel, Singen und Musik. Die Interessierten schliessen sich den Vereinen der umliegenden Gemeinden an.

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